DJK Ensheim 1920 e. V.

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50 Jahre Wiedergründung DJK Ensheim

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Vortrag zum Neujahrsempfang 2007 der DJK-Ensheim
von Friedel Hoffmann

Liebe DJK-Freunde,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

seit der Wiedergründung der DJK Ensheim am 10. Februar 1957 sind mittlerweile 50 Jahre vergangen. Grund genug, sich an die Ereignisse und Hintergründe zu erinnern und die Zeit bis heute noch einmal zu beleuchten.

Warum eigentlich Wiedergründung?

Die DJK-Vereine wurden im Jahre 1935 von der damaligen nationalsozialistischen Regierung als nicht verfassungskonform eingestuft und schlichtweg verboten wie auch andere kirchliche  Vereinigungen. Bei uns im Ort auch der Kirchenchor und die Kolpingfamilie.

Die DJK ‚Ensheim war gerade einmal 15 Jahre zuvor, 1920 als katholischer Sportverein gegründet worden und nicht zuletzt aufgrund seiner damaligen Attraktivität bereits nach 6 Jahren (so gehr es aus einem Protokoll aus dem Jahresbericht von 1926 hervor) auf stolze die stolze Mitgliederzahl von 476 Jungmännern angewachsen – man bedenke, ohne weibliche Mitgliedern und Kleinkinder. Die christlichen Wurzeln dieser neuen Sportbewegung spiegeln den Zeitgeist, wenn berichtet wird, dass bei einem Sportfest 380 Jungmänner an den Tisch des Herrn getreten sind. Nach einem verlorenen Weltkrieg, einer bitteren Nachkriegszeit mit Hungersnot und Inflation war das disziplinierte Erleben der Gemeinschaft in dem Sportverein eine Stillung von jugendlichem Elan und Tatendrang und entsprach der damaligen Weltanschauung.

Gerade einmal 15 Jahre durfte sich diese Bewegung entfalten und schon machte sich ein menschenverachtendes Regime diese wertvollen menschlichen Grundzüge zu Eigen. Ein guter Sportler war sicher auch ein guter Soldat, einer der Disziplin in einer Mannschaft erfahren hat, von dem konnte man sicher auch eine treue Pflichterfüllung erwarte. Da war dann nur noch der fremde Gott daneben – und den hat man einfach gestrichen.

Nun ist ein Sportverein nicht eben mit einem Briefmarkenclub zu vergleichen. Es bedarf hier einer durchdachten Organisation und Regeln die, die sich am Menschen und seien Bedürfnissen orientiert und viel Rücksichtnahme auf sein Umfeld erfordert. Deshalb war es nach dem 2. Weltkrieg kein einfaches Unterfangen gerade einmal wieder einen Sportverein zu gründen, der nach der Auslegung auch noch einem besonderen Anspruch – die Achtung christlicher Werte - genügen musste.

Es ist bezeichnend, dass 12 Jahre nach Kriegsende das Vereinswappen aus den Gründertagen wieder zum Vorschein kam. Die junge Nachkriegsgeneration, allen voran Alfons Reinhard und die Männer der ersten Stunde, stellvertretend hier genannt Adolf Engel und der damalige Pfarren Konrath haben den Geist aus den 20er Jahren wieder aufleben lassen und bei der Gründungsversammlung am 10. Februar 1957 einundfünfzig Mitglieder aufnehmen können. Das friedliche Zusammenleben neben den etablierten Sportvereinen war in der Anfangszeit nicht ganz einfach. So wurden im Fußball Heimspiele in den ersten beiden Jahren nach der Wiedergründung in Fechingen ausgetragen werden.

Die Erfolge in den Mannschaftssportarten ließen auch einige Zeit auf sich warten und auch die Ergebnisse in den anderen Sportarten waren auch nicht immer erbaulich. Aber es gab sie.
Aus eigener Erinnerung im Jahr 1959, ich spielte in einer Knaben-Handballmannschaft betreut von Adolf Engel wir war mit der Straßenbahn nach Jägersfreude zu einem Turnier gefahren und hatten am Ende einen der vorderen Plätze belegt. Aus Freude über das gute Abschneiden hat Adolf Engel jedem ein Fläschchen Limo aus eigener Tasche spendiert. Das war für einen 12-jährigen zu der damaligen Zeit schon eine Attraktion!
So gab es in der Folgezeit sicher viele Begebenheiten an die man sich gerne erinnert.

An dieser Vereinsgeschichte haben sehr viel Mensch gearbeitet und auch ihren Spaß gehabt. Ein Titan, der über die gesamte Zeit die Geschicke des Vereins aktiv mitgestaltet hat und auch heute unter uns weilt ist Günter Adt, der seit der Wiedergründung aktiv im geschäftsführenden Vorstand zuerst als Schriftführer und bis heute als Kassierer mitgearbeitet hat. Handball und Fußball hat er selbst aktiv gespielt und noch heute trainiert er eine Handballmannschaft. Im gleichen Atemzug sind aber auch Gerd Hager als Schriftführer und Organisationsleiter und Günther Klein als Jugendleiter Fußball zu erwähnen, die einen Großteil der letzten 50 Jahre die DJK Ensheim entscheidend mitgeprägt haben

Ein Verein besteht aus Menschen und die Qualität des Vereins vereinigt nicht nur deren Qualitäten in Summe, sondern erzeugt auch eine Synergy als eben dieses Produkt der Gemeinschaft.

In diesem Sinne können wir getrost in die Zukunft blicken, denn der Geist der DJK hat den letzten Krieg überlebt und immer wieder Menschen prägen, die allen Unkenrufen zum trotz
einer lebenswerten Gemeinschaft den Weg ebnen.

 
 
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Chronik der DJK Ensheim

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verfasst zum 55jährigen Jubiläum der DJK-Ensheim
im Jahre 1975 von Alfons Reinhard

Im 19. Jahrhundert entstanden Vereine, die sich zum Ziel gesetzt hatten, katholische Jugendliche zu betreuen und zu führen. In Ensheim wurde 1893 der Katholische Jünglingsverein gegründet. In ihm vereinigte sich die schulentlassene Jugend. In einer so gut katholischen Gemeinde wie Ensheim war es fast selbstverständlich, dass man Mitglied im Jünglingsverein war. Ziel katholischer Jugendarbeit war die Persönlichkeit, die in Beruf, Familie, Kirche und Staat sich bewährt. Prälat Wolker formulierte es später so:

„Für Christi Reich und ein neues Deutschland. Alles für Deutschland, Deutschland für Christus. Es lebe Christus in deutscher Jugend!"

Die große Zahl katholischer Jungmänner gliederte sich bald - wie wir heute sagen würden - in Neigungsgruppen auf. Es entstand eine Laienspielschar, deren Leitung Ludwig Untersteller lange Zeit innehatte. Die musikalisch begabten Jungmänner schlossen sich der „Knüppelmusik" an. Als ihre Dirigenten werden Viktor Jung und Rudolf Wagner genannt. Erster Leiter der Gesangsabteilung war Lehrer Adolf Wilhelm, erster Leiter der Wanderabteilung wurde Franz Quirin. Dazu gesellte sich bald eine Zupfmusik, die von Karl Fleisch geschult und geleitet wurde.

Die Anfänge der Sportpflege in katholischer Gemeinschaft fallen ins Kriegsjahr 1916. Damals fanden sich turnbegeisterte Jungmänner unter Anleitung von Albert Breier und Albert Untersteller zu regelmäßigen Turnstunden zusammen. Diese Abteilung war die Keimzelle der DJK, die sich im September 1920 in Würzburg zur Pflege des Sports in katholischen Gemeinschaften konstituierte. Danach nannten sich die Turner im Jünglingsverein DJK'ler. Bei der Feier des 30 jährigen Bestehens stellte die Turnabteilung vier Pyramiden und bot ein Schauturnen dar. Wie eng die Sportpflege mit der gesamten Jugendarbeit verflochten war, geht daraus hervor, dass die Turner das Rahmenprogramm bei Vereinsbällen, Familienfeiern und Theaterabenden gestalteten.

Im Jahre 1924 wird Adolf Engel zum Bezirksturnwart gewählt. Daraus ist zu schließen, dass die Ensheimer Jugendkraftler einen überdurchschnittlichen Leistungsstand aufzuweisen hatten.

Auch bei der Fahnenweihe des Jünglingsvereins Hassel (15. 6. 1924) wussten unsere Turner durch „Freiübungen, Übungen am Reck und Pyramiden" zu gefallen. Besonders gefiel die Pyramide mit „12 Turnern 4 Mann hoch".

In der Generalversammlung 1925 wird der bisherige Vorturner Adolf Engel zum DJK-Leiter gewählt. Die Wahl anerkennt die Bemühungen Engels, dokumentiert aber auch das Wachsen der Abteilung. „Am Bezirks-Waldlauf der DJK in Kirkel beteiligte sich unsere DJK-Abteilung mit etwa 20 Mann. Es war ein Jugendkraft-Werbelauf. Diverse Läufe über 5.000, 3.000 und 1.000 m fanden statt. Unsere Sportler nahmen an sämtlichen Läufen teil." Das überragende Ereignis des Jahres 1925 war die Wimpelweihe am 6. September.

Die Knüppelmusik führte die Ensheimer Jungmänner und Sportler zu allen größeren Veranstaltungen: Katholikentag in Metz, Bezirks- und Kreissportfeste, Reichstreffen der DJK in Köln und Dortmund.

Das Jahr 1926 bringt organisatorische Neuerungen: Die DJK-Abteilung wurde in Alters-, Jugend- und Schülergruppe aufge-gliedert. Im Februar wählten die Mitglieder der DJK-Abteilung einen Leiter (A. Engel), einen Geschäftsführer (H. Hornschuch), einen Turn- und Leichtathletikwart sowie die verschiedenen Gruppenführer (Hierzu sind in den Quellen keine Namen angegeben).

Am 2. März 1926 beschäftigte sich der Vereinsausschuss unter Vorsitz von Heinrich Fleisch zum ersten Male mit der Sportplatzfrage, Pfarrer Franz stellte ein Grundstück aus „Kirchengut" in Aussicht. Bereits einen Monat später rief Pfarrer Franz die Mitglieder auf, sich an der „Instandsetzung" zu beteiligen. Der DJK-Leiter Engel Adolf feuerte die Mitglieder an, sich zahlreich an der Herstellung des Sportplatzes zu beteiligen, damit er endgültig fertiggestellt wird.

Unter dem Datum vom 8. August 1926 vermerkt Karl Volz: „H. H. Präses (Kaplan Willenbacher) gab bekannt, dass wir in der letzten Zeit gute Erfolge zu buchen hätten, wofür er den rührigen Mitgliedern dankte, besonders aber den Läufern der Staffeln". In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass die Leichtathleten ihr Training auf der Landstraße - unterhalb der Ziegelhütte - absolvierten.

Ein Schau- und Bühnenturnen fand am 27. November statt. Das mehr als vierstündige Programm fand einen so begeisterten Anklang, dass die Veranstaltung am 12. Dezember wiederholt werden musste. An beiden Abenden war das Vereinshaus bis auf den letzten Platz besetzt.

Im gleichen Jahre wurde Adolf Engel zum Bezirks-Leichtathletik-wart gewählt.

Im April 1926 hatte der Vereinsausschuss den Geschäftsführer Hugo Hornschuch beauftragt, eine Schlagball-Abteilung zu gründen. Nach und nach konnten zwei Mannschaften gebildet werden.

Neuen Aufschwung verzeichnete die DJK, als es Pfarrer Franz, Kaplan Willenbacher und Adolf Engel gelang, den Ingenieur Josef Pink für die Leitung zu gewinnen. Der Aktivität des neuen Leiters hatte es die DJK zu verdanken, dass die politische Gemeinde das „Holz für die Umzäunung des Sportplatzes gestiftet" hat, dass der Katholische Arbeiterverein „eine Turnmatte stiftete" und dass im Februar 1927 eine Ringer-Abteilung gegründet wurde. Präses Willenbacher nannte das Jahr 1926 „ein Blütenjahr des Vereins, wie es schon lange nicht mehr der Fall war". Die Mitgliederzahl war auf 420 gestiegen. Die DJK-Abteilung gliederte sich auf in Turnen, Leichtathletik, Handball, Fußball, Schlagball und Ringen. Später kam noch eine Gewichtheber-Gruppe hinzu.

Im März 1927 fand in Pirmasens ein Auswahl-Turnen statt. Für Ensheim starteten Adolf Engel, Josef Zimmermann, Josef Adt, Heinrich Fleisch und Hermann Jungfleisch. „Ein Glanzpunkt in unserer Vereinsgeschichte" nennt Hugo Hornschuch das Bezirks-fest am 19. 6. 1927 in Ensheim. Etwas 500 Jungmänner aus St. Ingbert, Hassel, Oberwürzbach, Brebach, Reinheim und Schwalbach nahmen teil. Leider ging das DJK-Protokollbuch in den Wirren des Krieges verloren, in das seit 1926 die genaueren Angaben eingetragen wurden, so dass der Chronist auf das Protokollbuch des Jünglingsvereins und auf mündliche Darstellungen älterer Mitglieder angewiesen war, Hornschuch ergänzte seinen Bericht über das Bezirksfest, indem er hinzufügt, dass morgens „180 Jungmänner zur Kommunionbank schritten ... Zuerst die Seele, dann der Körper!"

Dem Protokoll der Generalversammlung entnehmen wir: „... Es war ein Jahr reicher und großer Veranstaltungen: Bezirksfest, Ludwigshafen und Köln (Dort fand das Reichstreffen der DJK statt). Wir hatten viele Schwierigkeiten, besonders finanzieller Art im verflossenen Jahr. Aber wir haben sie alle überwunden."

Im Frühjahr 1928 wurde die DJK um eine Schützenabteilung erweitert. Im Vereinshaus schufen sich die Mitglieder eine Anlage. Der erste Kampf wurde gegen Lautzkirchen ausgetragen.

Ein Höhepunkt des Jahres 1928 war der Jugendsonntag am 17. Juni. Der Jugendsonntag galt als Patronatsfest. Er wurde um den 21. Juni, dem Fest des Hl. Alois, gefeiert. Hier Auszüge aus der Niederschrift von Otto Seiler:

„Am Vortage... , wurden auf dem Sportplatz die letzten Vorarbeiten noch getan. Um 6 Uhr etwa traf die bestellte Handballmannschaft der DJK Bellheim (Vorderpfalz) ein. Abends war man zu einer kurzen Begrüßungsfeier im Vereinshause beisammen. Am folgenden Morgen riefen um 7 Uhr die Glocken zur Frühmesse. Etwa 150 bis 160 unserer Mitglieder schritten zum Tisch des Herrn, um den Tag würdig einzuleiten. Um 10 Uhr war der Festgottesdienst, vorher Kirchenparade, unter Vorantritt unserer Knüppelmusik und der Kapelle des Musikvereins „Arion". Die Festpredigt hielt unser H. H. Präses (Drauden)."

In diesem Jahre unterhielt die DJK insgesamt elf Fuß- und Handballmannschaften. Die Fußballer zählten zu den besten der Landabteilungen, die zu einer Gruppe zusammengefasst waren. Die damaligen Stadtabteilungen, St. Ingbert und Homburg, spielten mit den pfälzischen Städten in einer Gruppe. Die Handballer sicherten sich die Meisterschaft der Land-Abteilungen, gewannen später auch den Titel bei der saarländisch-pfälzischen Kreisgruppe und scheiterten 1930 im Endspiel um die Südwest-meisterschaft. Aus dem Protokollbuch des DJK-Bezirks „Saarpfalz" (1930 bis 1933) geht hervor, dass die Ensheimer DJK-Abteilung unter 29 die vierte Stelle einnahm. In den 30er-Jahren arbeiteten Ensheimer Führungskräfte im Bezirk mit als Fachwarte für Turnen, Leichtathletik, Handball und Presse. Am 6. Juli 1930 führte der Bezirksverband der DJK aus Anlass der 900-Jahr-Feier des Speyerer Domes einen Sternstaffellauf durch. Für die Saarpfalz waren Frankenholz und Ensheim die Standorte. Die DJK Ensheim brachte 100 Teilnehmer an den Start.

Beim Bezirkstreffen, das am 7. Juni 1931 in Ommersheim ausgetragen wurde, waren mehr als 500 Sportler am Start. Die Siegerliste nennt folgende Ensheimer: Fritz Weisang, Reinhard Lohmann, Hermann Jungfleisch, Fritz Mayer und Rudolf Halb. Die Arbeit in den Jünglingsvereinen und in der DJK der 30er-Jahre überschatteten zwei Fakten: Die Arbeitslosigkeit und das Aufkommen des Nationalsozialismus. Es verstärkt sich der Druck auf die konfessionellen Vereinigungen. Schließlich kommt das Verbot. Es verschwinden schriftliche Unterlagen und Dokumente. Sportgeräte, Wimpel, Fahnen und Pokale werden versteckt. Die Nachforschungen der neuen Machthaber in Ensheim konzentrierten sich insbesondere auf Adolf Engel und Fritz Lamb. Beide blieben standhaft, so dass wir heute noch den Wimpel von 1925, Pokale und einige Geräte der „alten" DJK kennen. Wie sehr die DJK unter Hitler zu leiden hatte, geht daraus hervor, dass 1934 ihr damaliger Reichsführer, Adalbert Probst, ermordet wurde. Als die DJK 1935 verboten wurde, umfasste sie folgende Abteilungen: Musikzug, Turnen, Fußball und Handball, Schlagball, Ringen, Gewichtheben, Schießen und Wandern. Trotz des Verbotes war die DJK nicht tot.

So überstand die Handballelf der DJK die ersten Verbotsjahre als Kameradenmannschaft. Das letzte Spiel der ehemaligen DJK-Handballer fand 1939 gegen eine Mannschaft der Westwallarbeiter statt.

Nach 1945 bildeten sich Gruppen der Pfarrjugend, ehe sich der Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) konstituierte. Prälat Ludwig Wolker, der letzte Generalpräses der verbotenen DJK, prägte nicht nur das Antlitz des BDKJ, sondern gehörte auch zu den Gründern des Deutschen Sportbundes (DSB) und der DJK.

Sie entstand zunächst als Arbeitsgemeinschaft in Düsseldorf. Nach und nach fand der Gedanke der sportlichen Betätigung Eingang in die Arbeit des BDKJ. Zuerst trafen sich die Jugendgruppen zu Spiel und Sport. Im Vereinshaus wurde nach dem Kriege zuerst Tischtennis gespielt. Das Mitspielen war aber nicht an die Mitgliedschaft im BDKJ gebunden. Mit diesem Spiel wurde auch das Programm der Gruppenstunden seit Herbst 1952 aufgelockert. Die Jüngsten des BDKJ trainierten nachmittags auf dem Sportplatz, um sich auf Freundschaftsspiele gegen St. Ingberter Gruppenmann-schaften und Dekanatssportfeste vorzubereiten. In den 50er-Jahren richtete das Dekanat Zweibrücken die „Grenzlandsportfeste" aus, die auf die BDKJ-Mannschaften starke Anziehungskraft ausübten. Sportbegeisterte Schüler und Jugendliche schlossen sich den Gruppen des BDKJ an. Innerhalb des Bezirks „Saar" der Diözese Speyer bildeten sich Sportgruppen, die nach und nach mit festem Spielprogramm aufwarteten. So entwickelte sich das Fußballspielen bald zu einem festen Bestandteil im BDKJ und in den Kolpingsfamilien (Bexbach, Erbach, Homburg, St. Ingbert).

Neue Impulse empfing der Sport im BDKJ, als Kaplan Eugen König das Bemühen des Pfarrjugendführers, Lehrer Reinhard, unterstützte. Tischtennis und Fußball, Gruppenstunden und Tanzabende ließen die Mitgliederzahl sprunghaft ansteigen. Als Kaplan König am 15. Februar 1954 von Ensheim nach Rodalben versetzt wurde, kam es zu einem Handballspiel zwischen dem BDKJ Ensheim und der TG Rodalben. Damals zählte der BDKJ mehr als 120 Mitglieder. Den Kern der bestehenden BDKJ-Gruppen bildeten die „Sportler". Kaplan Kurt Mayer nahm es mit der religiösen Betreuung sehr ernst.

Die Ausweitung des Spielprogramms im BDKJ und die Gründung von DJK-Vereinen im Trierer Teil des Saarlandes verliehen dem Gedanken Auftrieb, auch in Ensheim die DJK wiederzugründen. Um den Pfarrjugendführer zu entlasten, übernahm Kurt Rebmann die Leitung der Fußballmannschaft.

Pfarrer Konrath unterstützte das Vorhaben einer Wiedergründung er DJK. Dem Gründungsausschuss gehörten an: Leo Bubel, Heinrich Fleisch, Alfred Hager, Hermann Heib, Albert Jung, Hans Jungfleisch, Alfons Müller, Kurt Rebmann, Ludwig Rebmann, Günther Walter, Lehrer Reinhard und Pfarrer Konrath. Die organisatorischen Vorbereitungen wurden Lehrer Reinhard übertragen, der in Zusammenhang mit Rainer Becker (Elversberg) die Wiedergründung in die Wege leitete.

Am 10. Februar 1957 fand im Vereinshaus die Gründungs-versammlung statt. Sie wurde von Lehrer Reinhard geleitet. Er brachte die Satzung zur Kenntnis. Sie wurden nach kurzer Aussprache einstimmig angenommen. Von den 65 Anwesenden erklärten 51 ihren Beitritt. Mit stürmischem Beifall wurde die Mitteilung aufgenommen, dass es Adolf Engel gelang, den DJK-Wimpel von 1925 über die Hitler-Zeit zu retten. Aus den Wahlen ging folgende Besetzung des Vorstandes hervor: Adolf Engel (l. Vorsitzender), Alfons Reinhard (2. Vorsitzender und Jugendleiter), Günter Adt (Geschäftsführer), Kurt Rebmann (Abt.-Leiter Fußball), Hans Jungfleisch und Adolf Engel (Handball), Günther Walter (Tischtennis) und Anton Schweitzer (Kassenwart). Das erste Spiel unter dem Namen „DJK 1920 Ensheim" bestritt folgende Mannschaft: Gustav Avila, Günter Neu, Gustav Ziegler, Siegmund Ludt, Günter Adt, Theo Vogelgesang, Adolf Wannemacher, Rudi Heib, Ludwig Heib, Alfons Reinhard, Hartmut Lehmann am 17. 2. 1957 gegen BDKJ/ KF Bexbach.

Mit zwei aktiven Fußballmannschaften nahm die DJK im Jahre 1957 ihren Spielbetrieb auf. Innerhalb des Jahres kamen   1 Handballmannschaft und 1 Tischtennis-Mannschaft hinzu. In die Saison 1958/59 starteten bereits 10 Mannschaften. Der Start war insbesondere für die Fußballer schwer. Einerseits mussten zunächst alle Heimspiele in Eschringen, dann in Fechingen ausgetragen werden, andererseits musste eine Serie von Niederlagen hingenommen werden, ehe eine Aufwärtsentwicklung sichtbar wurde. Erst nach der Fertigstellung des neuen Sportplatzes genoss auch die DJK Heimrecht.

Zwei bemerkenswerte Einschnitte sind zu erwähnen: Die Bildung der Handballspielgemeinschaft im Jahre 1966 und das Ausscheiden der Tischtennisabteilung im Oktober 1968. 1970 wurde die Handballspielgemeinschaft aufgelöst. Die Handballdamen entschieden sich für die Mitgliedschaft in der DJK.

Das war der Anfang einer erfolgreichen Entwicklung in diesem Frauensport unter der Leitung von Günter Adt. Dem Beispiel der Damen folgten bald Mädchen der verschiedenen Altersstufen. Die Abteilung Handball konnte nach und nach nicht nur zahlenmäßig erstarken, sondern auch die Spielstärke erfuhr eine beachtliche Steigerung. In diesem Jahr  1975  konnten die Damen die Meisterschaft erringen und erstreben den Aufstieg in die Bezirksklasse. Außer der A-Jugend verfügt die DJK über je 2 Mannschaften der B-, C- und D-Jugend. Die l. B-Jugend stieg vergangenes Jahr in die Landessonderklasse auf und erreichte den 2. Platz.

Bei den Jugend-Fußballmannschaften konnte die C-Jugend die Meisterschaft erringen.

Die sportlichen Erfolge der wieder gegründeten DJK nehmen sich im Vergleich bescheiden aus: Meisterschaften errangen Jugendmannschaften im Fußball; Staffelsieger konnten Jugendmannschaften im Handball werden; zweimal wurden die Handballer Meister der Kreisklasse; in der Halle gelang eine Meisterschaft; bis in die Bezirksklasse stiegen die TT-Spieler auf; Gruppensiege erreichten die Fußballer bei den Diözesansportfesten in Landau und Ludwigshafen. Vom Sportethos her gesehen, stellt die mehrfache Erringung des Fairness-Preises durch Jugend- und Seniorenmannschaften der DJK eine beachtliche Leistung dar. 1970 wurde die Reservemannschaft Meister ihrer Gruppe. In der Leichtathletik gab es viele Siege und hervorragende Platzierungen bei Grenzland-, Diözesan- und Bundessportfesten sowie Veranstaltungen im Saarland durch Klaus Winter, Alfred Pressmann, Hans-Josef Graf, Otto Schellenberg, Manfred und Albert Kohler, Dieter Ast, Rainer Walle und Franz-Josef Reinhard. Die Vereinsstaffel konnte bei den Ludwig-Wolker-Spielen in Homburg den Wanderpreis des Diözesanverbandes erringen. Darüber hinaus hat sich die DJK Ensheim bei der Ausrichtung der Ludwig-Wolker-Spiele bewährt.

Was mit den Sportfesten für DJK-Mannschaften begann, mündete 1975 in die Durchführung des Turniers „Rund um den Flughafen". Seither treffen an Pfingsten Mannschaften aus mehr als 10 Vereinen aufeinander. Auch Jugend- und Betriebsfußballer messen ihre Kräfte. In diesem Zusammenhang muss die Anschaffung eines eigenen Zeltes erwähnt werden. Es ermöglicht die menschlichen Kontakte nach den Spielen und gewährt Zuschauern sowie Spielern Schutz gegen die Unbilden des Wetters.

Zu den Höhepunkten des Vereinsgeschehens zählen seit mehr als 10 Jahren die Begegnungen mit unseren französischen Freunden aus Ecueil/Champagne. In regelmäßigen Abständen finden sportliche Begegnungen statt. Mehr als die Ergebnisse auf dem Spielfeld zählen die herzliche Freundschaft und das gesellige Beisammensein. Aus den sportlichen Begegnungen haben sich persönliche Freundschaften entwickelt.

„Dienst am Menschen" heißt von jeher das Leitmotiv der DJK. In besonderem Maße verwirklichen dies die Betreuer der Jugend-mannschaften. Seit 6 Jahren führen sie in den großen Ferien Freizeitveranstaltungen durch. Es begann mit einem Zeltlager an der Lothringischen Seenplatte, dann folgte Schönau (Pfalz). Anfangs genügten die Pkw der Betreuer und einiger Eltern. Seit 3 Jahren fahren rund 60 Ensheimer DJK'ler mit einem Bus in die Ferien. Im vergangenen Jahr war Mühlwald in Südtirol das Ziel, heuer wird zum 2. Male nach La Londe (Côte d'Azur) gefahren. Den Männern und Frauen, die ihre eigene Freizeit opfern, um der Jugend erlebnisreiche Ferien zu ermöglichen, gebührt unser Dank und unsere Anerkennung.

 
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